30 Jahre ist es her als die Zeitungen vom „Jahrhundertwerk Waldstadion“ berichteten und Klaus Schacht Günter Netzer auf den großen Zeh stand

Es war ein langer Weg bis das Projekt Waldstadion realisiert werden konnte. Bereits 1984 wurden die ersten Schritte unternommen um eine Baugenehmigung für die Erweiterung der Sportanlage zu erhalten. Ende 1987/Anfang 1988 wurden der Wald östlich des seit 1966 bestehenden Hartplatzes, dem bis dahin einzigen Spielfeld, gerodet. Dort wo heute der 2012 fertig gestellte Kunstrasen liegt wurde zunächst der neue Hartplatz gebaut. Im zweiten Bauabschnitt wurde dann anstelle des alten Hartplatzes, das heutige Rasenspielfeld hergestellt, später die Anlagen für die Leichtathletik.

Am 13. Oktober 1990 konnte dann endlich das erste Spiel auf dem lang ersehnten Rasen ausgetragen werden. Im Hochrheinderby besiegte der SV 08 den FC Tiengen mit 4:1 Toren. Im Rahmen einer kleinen Freigabefeier wurden dann auch die ganz besonderen Verdienste des damaligen Schatzmeisters Erich Ekert, der maßgeblich am Umbau der Sportanlage beteiligt war, gewürdigt.

Die offizielle Einweihung des erweiterten, seit 1950 bestehenden Waldstadions, bei der das große Engagement von Erich Ekert dann auch nochmals durch den 1. Vorstand Kurt Grieshaber und den damaligen Landrat Dr. Wütz hervorgehoben wurde, erfolgte dann aber im Sommer 1991. Mit der neuen Sportanlage erhielt das Laufenburger Waldstadion, das bis dahin zwar durch seine schöne Lage bekannt aber aufgrund seines nicht sehr beliebten Hartplatzes auch sehr gefürchtet war, endlich seine Krönung.

Zur Einweihung des „Jahrhundertwerks“ hatte man sich dann auch ein besonderes Programm ausgedacht. Höhepunkt war der Auftritt der Uwe-Seeler-Elf die mit zahlreichen ehemaligen Fußballprofis und Nationalspielern angereist war. Mit dabei so klangvolle Namen wie Wolfgang Overath (1. FC Köln), Günter Netzer (Borussia Mönchengladbach), Klaus Topmöller (1. FC Kaiserslautern), Klaus Fischer (Schalke 04), Marcel Raducanu, Reinhold Wosab, (beide Borussia Dortmund), “Luggi” Müller (1. FC Nürnberg), Bernd Cullmann, Herbert Zimmermann, (beide 1. FC Köln), Dieter Herzog (Bayer Leverkusen), Bernd Franke (Torhüter Eintracht Braunschweig) gaben sich in Laufenburg die Ehre und gewannen gegen das Team des SV 08 mit 6:2 Toren.

Für den SV 08 lief die Mannschaft auf, die ein Jahr später erstmals in die Verbandsliga aufstieg: Oliver Baumgartner, Reiner Krahnert, Micheal Schenker, Oliver Amrein, Frank Thomae, Alex Heim, Thomas Werne, Jörg Lorenz, Stefan Schneider, Klaus Schacht, Patrick Munk. Betreut wurde das SV 08 Team übrigens von dem für ein Jahr verpflichteten Trainer und Ex-Profi des MSV Duisburg, Jürgen Suchanek.

Reiner Krahnert versucht den Distanzschuss von Marcel Raducano abzuwehren

Günter Netzer, daneben Reinhold „Poldi“ Malzacher

Nach dem Spiel: Reiner Krahnert mit Nationalspieler Wolfgang Overath, 1. FC Köln

Klaus Schacht auf Frage: Ja klar erinnere ich mich an das Spiel. Wir haben mit 6:2 Toren verloren. Ich weiß nicht mehr wer der Betreuer der Profis war. Jedenfalls kam der vor dem Spiel in unsere Kabine und meinte, wir sollten nicht allzu körperbetont spielen und später war es ausgerechnet ich, der von Günter Netzer mit erhobenem Zeigefinger gerügt wurde, nachdem ich ihm auf den großen Zeh, ich glaube er hatte Schuhgröße 47, getreten war.

Dann erinnere ich mich auch noch daran, dass wir dem für seine Fallrückzieher-Tore bekannten Klaus Fischer durch Zulassen einer Flanke noch ein Fallrückzieher-Tor ermöglichten. Ich glaube die Zuschauer hatten an diesem sonnigen Samstag genau so viel Spaß am Spiel auf neuem Rasen wie wir.

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