Der „Stopper“ des SV 08 der Siebzigerjahre feiert heute seinen 75. Geburtstag

Stopper, Vorstopper, Libero nannte man damals die Positionen, die Gerhard Rudigier in einer in den Siebzigerjahren sehr erfolgreichen SV 08 Mannschaft vorwiegend einnahm. Heute am 23. Juni feiert Gerhard seinen 75. Geburtstag, zu dem wir ihm sehr herzlich gratulieren.

Mit seiner damaligen Mannschaft wurde er innerhalb von 6 Jahren dreimal Meister und stieg von der B-Klasse in die 1. Amateurliga, der damals höchsten deutschen Amateurklasse auf. Fortan hießen die Gegner im Waldstadion u.a. SC Freiburg, Freiburger FC, Offenburger FV, SC Baden-Baden, FC 08 Villingen und seine Gegenspieler Dieter Koulmann (früher FC Bayern München), Karl-Heinz Bente (Ex Bundesliga Profi mit Preußen Münster) oder Kurt Kothmann (2. Bundesliga mit BSV VS-Schwenningen), die oftmals bis zu 2.500 Zuschauer (im Saison-Durchschnitt 850) ins Waldstadion lockten.

Bis es soweit war, erlebte er, wie so oft im Sport, auch zahlreiche Enttäuschungen. 1968 hatte man den VfR Rheinfelden kurz vor Saisonschluss vor 2.500 Zuschauern mit einem 2:1 Sieg von der Tabellenspitze verdrängt und sah sich vor dem letzten Spiel beim Tabellenletzten SV Jestetten bereits in der 2. Amateurliga. Ein Spiel, das als „Schwarzer Sonntag von Jestetten“ in die Vereinsgeschichte eingehen sollte.

Der SV 08 hatte die Begegnung überraschend verloren. Die bereits bestellte Stadtmusik musste ihre Instrumente wieder einpacken, der SV 08, unmittelbar vor dem 60jährigen Jubiläum stehend, noch vor den Feierlichkeiten ein Finalspiel auf neutralem Platz bestreiten.

4.500 Zuschauer wollten dieses Finale in der Waldshuter Schmittenau sehen. Einige Spieler des Gegners VfR Rheinfelden mussten noch einmal von ihrem bereits angetretenen Mallorca-Urlaub zurückgeholt werden. Kurzum, der SV 08 unterlag dem VfR in diesem Finale mit 4:0 Toren. Die bittere Niederlage soll, wie erst viel später zu erfahren war, nicht so sehr der durch die ungewohnte Zuschauerkulisse hervorgerufene Nervosität, als vielmehr dem Umstand geschuldet gewesen sein, dass einige Spieler am Tag vor dem Finale noch mit dem Aufbau des Jubiläumszeltes beschäftigt gewesen sein sollen, bei dem auch diverse Getränke ausgeschenkt worden seien.

Gerhard Rudigier im Finale 1968 in der Waldshuter Schmittenau
Das verlorene Endspiel tat dem Höhenflug des SV 08 aber keinen Abbruch. Drei Jahre später stieg die Mannschaft in die 2. Amateurliga auf und nochmals 2 Jahre später in Deutschlands damals höchste Amateurklasse.

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