Die Wiedergründung nach dem 2. Weltkrieg

Mit der Wiedergründung am 26. April 1947
erwachte der SV 08 zu neuem Leben. Die damals erwähnte Vorstandschaft setzte sich zusammen aus:

  • Otto Epting (1. Vorstand)
  • Wilhelm Liepe (2. Vorstand)
  • Norbert Wasmer (Schriftführer)
  • Wilhelm Pädelt (Kassier)

Als Beisitzer wurden gewählt: Karl Gäng, Hans Dreyer und Paul Makiola.

Bis zur Einweihung des Waldstadions fand der Spielbetrieb auf einer Wiese in der Oststadt nördlich der B 34 etwa dort wo heute die Hochhäuser stehen statt. Vor dem Krieg trugen die 08er ihre Spiele auf einem Platz östlich des Dampfsägewerks, heute Spielothek bzw. Metzgerei Stepanek, aus.

1949 – Erstes „Länderspiel“ der beiden Laufenburger Fußballvereine nach dem Krieg

Vier Jahre nach Kriegsende war es nicht selbstverständlich, dass eine Mannschaft aus dem Ausland auf deutschem Boden ein Freundschaftsspiel austrägt, denn 1945 wurde Deutschland vom Weltfußballverband FIFA ausgeschlossen.

Ein länderübergreifender Spielbetrieb war erst wieder möglich, als der Englische Fußballverband nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 bei der FIFA eine Wiederzulassung zum internationalen Spielverkehr beantragte. Die FIFA hob daraufhin das Spielverbot gegen alle dem Verband angehörenden Mannschaften auf, verlangte aber am 7. Mai 1949, dass vor jedem internationalen Spiel die jeweilige Militärregierung, in deren Besatzungszone ein internationales Spiel ausgetragen werden soll, ihre Zustimmung erteilt. Erst nach offizieller Aufhebung des Boykotts am 23. September 1950 wurde der DFB wieder vom Weltverband aufgenommen.

Nur zwei Monate später, am 22. November 1950, fand das nach Kriegsende erste Fußball-Länderspiel der Deutschen Nationalmannschaft statt. Gegner im mit weit über 100.000 Zuschauern überfüllten Stuttgarter Neckarstadion war die Schweiz, die sich nach 1949 neben England als eines der ersten Länder für die Wiederaufnahme des neu gegründeten DFB eingesetzt und den Boykott auch schon 1948  gebrochen hatte, als Schweizer Fußballteams nach München, Stuttgart und Karlsruhe fuhren, um dort Fußball zu spielen, was ihnen international sehr viel Kritik einbrachte.

Die Schweizer Fußballer fuhren aber nicht nur nach München, Stuttgart oder Karlsruhe. Auch der benachbarte Fußballclub Laufenburg (Schweiz) ließ sich nicht zweimal bitten und folgte bereits am 11. September 1949, also noch vor Aufhebung des offiziellen Boykotts, der Einladung des SV 08 Laufenburg. Internationale Spiele waren ja seit dem 07. Mai 1949 wieder möglich, wenn auch nur unter Auflagen.

Torhüter Heinz Meier sichert den Ball  – links im Bild Paul Mutter, dahinter Max Gisin? 

Und so galt es, bevor die freundschaftliche, länderübergreifende Begegnung stattfinden konnte, noch so manche behördliche Hürde zu nehmen. Das Spiel konnte nur mit ausdrücklicher Genehmigungen des im Juli 1949 neu gegründeten Deutschen Fuß­ballbundes und des Schweizerischen Fußball- und Athletikverbandes durchgeführt werden. Außer­dem musste auf deutscher Seite über den Kreissportbeauftragten Nieder auch noch die Genehmigung der Militärregie­rung Freiburg eingeholt werden. Auf Schweizer Seite war es das Polizeikommando des Kantons Aargau, das sein Einver­ständnis zur Ausstellung von Tagesscheinen, die für die Spieler und Vorstandsmitglieder durch die Polizeistation Laufen­burg ausgegeben wurden, erteilt hatte.

Im Hintergrund Ostbahnhof und Seidenweberei

Ein Jahr vor der Einweihung des heutigen Waldstadions und noch vor dem ersten Länderspiel einer Deutschen Nationalmannschaft nach Kriegsende, konnte dann am 11. September 1949 das Spiel der Null-Achter gegen den benachbarten FC Laufenburg (Schweiz) auf der Wiese gegenüber dem Ostbahnhof, dort wo heute die drei Hochhäuser stehen, endlich ausgetragen werden. Sehr große Ansprüche an das Spielfeld hatte man seinerzeit, wie auf den Fotos deutlich zu sehen ist, noch nicht gestellt. Trotz schwieriger Platzverhältnisse zeigten sich die Akteure aber in Torlaune. Das Spiel, das ca. 500 Zuschauer angelockt hatte, endete mit einem 8:2 Erfolg der Gastgeber. Viel wichtiger als das Ergebnis war aber, dass beide Mannschaften mit diesem Spiel einen sehr wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung gleistet hatten.

So außergewöhnlich wie das Spiel selbst war übrigens auch das Gastgeschenk des FC Laufenburg/CH, der nicht mit leeren Händen über den Rhein gekommen war. Jeder Schweizer Spieler übergab seinem deutschen Gegenspieler vor dem Anpfiff eine Schachtel Zigaretten. Gefeiert wurde nach dem Spiel der Überlieferung zufolge im Gasthaus Laufen. Dort dürfte die Luft, nachdem die Gastgeschenke ausgepackt waren, vermutlich nicht mehr ganz so klar gewesen sein, wie noch am Nachmittag auf der Wiese gegenüber dem Ostbahnhof.

Auf den Foto:  Paul Mutter, Andreas Djuga, Karl Thome, Heinz Meier, Johann Scheible, Hans Fricker, Max Wipplinger, Fritz Dietsche, R. Deck, Karl Burger, Sepp Wasmer
Stolz trugen sie das schwarz-weisse Trikot, das 1950 auch die Deutsche Nationalmannschaft getragen hatte  

Fritz Dietsche kommt hier einen Schritt zu spät der Schweizer Torhüter verhindert eine weiteres Tor des SV 08 

Und so berichtete damals die Presse vom Spiel:

Nach 11-jähriger Unterbrechung fand am Sonntag das erste Treffen des Fußballclub 08 Laufenburg/Baden mit dem Fußballclub Laufenburg Schweiz auf dem hiesigen Sportplatz statt. Die Schweizerischen Gäste wurden an der Rheinbrücke von der  Stadtmusik und der Bevölkerung empfangen. Auf dem Sportplatz wehte die Schweizerische und die Deutsche Bundesfahne. Zu dem Freundschaftsspiel, das 8:2 für Laufenburg endete (Augenzeugen berichten, dass Laufenburg/Baden gemeint war), hatten sich etwa 500 Zuschauer eingefunden. Abends trafen  sich die Spieler und  Gäste im Gasthaus zum „Laufen“ zu einem gemütlichen Beisammensein.

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