Dramatisches Kellerduell mit ernüchterndem Ausgang für den SV 08

Zum Drama von Kollmarsreute

Kein Spiel ist berechenbar kein Endergebnis vorhersehbar. Es sind die Überraschungen, die die Faszination des Fußballs ausmachen.

Es gibt Spiele die bleiben Akteuren auf dem Platz wie auch den Fußballfans wohl ein Leben lang in Erinnerung. Spontan erinnere ich mich an das Relegationsspiel in Durbach im Juni 2002, als der SV 08 drei Minuten vor Spielschluss mit 3:2 zurück lag, dann aber die Partie doch noch mit 4:3 Toren für sich entschied und damit den Aufstieg in die Verbandsliga Südbaden perfekt machte. Eine dramatische Begegnung mit gutem Ende für den SV 08, die unter dem Begriff „Wunder von Durbach“ in die Vereinsgeschichte einging. Die Durbacher Spieler mussten damals sicher auch sehr viel Kritik einstecken.“ Wie kann man nur eine Führung so kurz vor Schluss noch abgeben?!“

Ebenso spontan erinnere ich mich an eine Landesliga-Begegnung beim Aufsteiger SV Dogern im Dezember 1998, als der der SV 08 zur Halbzeit mit 4:1 Toren führte und am Ende mit einer 5:4 Niederlage heimkehren musste. Ein dramatisches Spiel, an das sich Fußballfans des einen wie auch des anderen Vereins, je nach Zugehörigkeit mehr oder weniger gerne erinnern. „Wie kann man nur nach einer so deutlichen Halbzeitführung….“

Doch solche Spiele wird es immer wieder geben. Diesmal eben mit dem bitteren Ende für „uns“. Man muss nicht zwangsläufig vor Ort gewesen sein, um die Dramaturgie des Kellerduells bei der SG Wasser-Kollmarsreute nachzuempfinden. Die zeitliche Abfolge des torreichen Spiels alleine ist aussagefähig genug, sich ein Bild über die Gefühle der Spieler und des Trainerteams nach Spielschluss zu verschaffen.

Wer Stefan Scheuble kennt weiß, dass er nach Niederlagen zuerst intern nach Gründen sucht bevor er mit viel Pech, personellen Problemen oder Fehlentscheidungen der Schiedsrichter argumentiert. So darf man ihm Glauben schenken, wenn er sagt, seine Mannschaft sei im ersten Spielabschnitt die bessere Elf gewesen. Nur habe man es erneute nicht geschafft, die vorhandenen Tormöglichkeiten besser zu nutzen. Durch teils krasse  individuelle Fehler habe man es nach 45 Minuten versäumt,  statt mit einem 2:2 Unentschieden mit einer klaren Führung in die Pause zu gehen.

Dreimal gingen die Gastgeber in Führung und dreimal war es der zuletzt schmerzlich vermisste Sandro Knab der die Rückstände immer wieder egalisierte. Er als dreifacher Torschütze dürfte ganz besonders darüber enttäuscht gewesen sein, dass die eine viertel Stunde vor Abpfiff durch Alija Kapidzija erzielte 4:3 Führung nicht über die 83. Minute hinaus Bestand habe sollte. Dass es am Ende nicht einmal bei dem an sich schon enttäuschenden 4:4 Ausgleichstreffer bleiben sollte, verleiht diesem Spiel aber eben schon seine ganz besondere Tragik. Matthias Feldmann musste in der 90. Spielminute mit schwerer Knieverletzung vom Platz und in der laut Original-Spielbericht 6. Minute der Nachspielzeit (90+6.) entschied der Schiedsrichter in einer offenbar sehr umstrittenen Szene auf Strafstoß für die Gastgeber, die die letzte Chance zu 5:4 Siegtor nutzten. Danach war Schluss und wieder kommt Kritik auf. „Wie kann man nur ….“

Letztendlich war es aber nicht der Strafstoß der dem SV 08 die Punkte gekostet hat. Laut Coach Stefan Scheuble  waren es in erster Linie eigene Versäumnisse aber auch die Verkettung einiger widrigen Umstände die diese bittere Niederlage besiegelt haben. Solche Spiele gibt es immer wieder und irgendwann, wenn sich das Glück mal wieder wendet, wird man sich vielleicht auch beim SV 08 wieder über ein derartig dramatisches Spiel freuen dürfen.

Die erste Hürde gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf wurde mit dem SC Wyhl, wenn auch nach holpriger Anfangsphase, am Ende mit 6:2 überwunden, die zweite hat man nun unter sehr tragischen Umständen gerissen. Doch bis zum Vorrundenschluss bieten sich der  Mannschaft noch drei weitere Möglichkeiten gegen direkte Konkurrenten zu punkten. Schon am Samstag sieht sich der SV 08 im Waldstadion mit dem FC Zell der nächsten Hürde gegenüber stehen. Danach fahren die Schwarz-Weißen zum VFR Hausen an der Möhlin, der mit 12 Punkte auf einem der ersten Nichtabstiegsplätze rangiert, der aber sein letztes Heimspiel gegen FC Freiburg St.Georgen gewonnen und sich darüber hinaus im Pokalwettbewerb eben erst mit 3:0 Toren gegen den FV Herbolzheim durchgesetzt und für das Viertelfinale qualifiziert hat.

Im letzten Vorrundenspiel empfängt der SV 08 dann den ebenfalls in den Abstiegsrängen platzierten TuS Efringen-Kirchen und danach folgt eine noch sehr lange Rückrunde, in der sich immer noch genug Möglichkeiten bieten werden, den Weg aus der Abstiegszone zu finden.

Auch wenn die Enttäuschung von Kollmarsreute immer noch sehr tief sitzt, so ist noch längst nicht aller Tage Abend. Hilfreich wäre, wenn die Mannschaft endlich mal wieder komplett auflaufen könnte. Dann nämlich wird sie, davon bin ich überzeugt, ihre nötigen Punkte auch noch holen, um die Klasse zu halten.

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