JAHRESTAGE – Ehrenpräsident Kurt Grieshaber über das Gespräch mit Namensgeber der Uwe Seeler Elf vor 30 Jahren und wie das Spiel in Laufenburg zustande kam

Am 03. März hielten wir hier auf unsere Homepage Rückblick auf das Jahrhundertwerk „Waldstadionerweiterung“ Reiner Krahnert und Klaus Schacht blieb das Spiel gegen die Uwe Seeler Elf offenbar in ganz besonderer Erinnerung. Sie berichteten von zwei Torgeschenken aber auch von einer „Begegnung“ mit dem großen Zeh von Günter Netzer.

Nun wollten wir aber auch noch von einem der damaligen Organisatoren des Einweihungsfestes erfahren, welche Erinnerungen ihm mit dieser Veranstaltung und dem besonderen Spiel der Uwe Seeler Elf geblieben sind.  Hier das Interview mit unserem Ehrenpräsidenten:

JR: Kurt, nach einer langen und intensiven Diskussions- und Planungszeit, wurde vor rund 30 Jahren der Stadionumbau vom ungeliebten Hartplatz in einen modernen Rasenplatz mit Leichtathletikanlagen in Angriff genommen. Was waren Deine besonderen Erlebnisse dazu ?

KG: Das war ein Meilenstein für die weitere erfolgreiche Entwicklung unseres Vereins. Auch dreißig Jahre später, möchte ich dem damaligen Bürgermeister Helmut Müllmerstadt und dem Stadtrat mit Dieter Schwandt ein Wort des Dankes für diese großartige und zukunftsfähige Entscheidung zukommen lassen. Mit in diesen Dank einschließen möchte ich unseren damaligen Schatzmeister und  Stadionbauleiter“ Erich Ekert. Von seiner Erfahrung und seinem pragmatischen Ansätzen haben wir sehr profitiert.

JR: Jetzt würde es mich noch interessieren wie es zur Verpflichtung der Uwe Seeler Elf kam ?

KG:  Nach diesem Jahrhundertwerk war es für mich und den Vorstand selbstverständlich, dass wir das neue Stadion mit einem sportlichen Highlight einweihen müssen. Wir machten uns in alle Richtungen Gedanken und richteten verschiedene Anfragen an diverse Bundesligavereine, z.B. auch Bayern München. Schnell mussten wir feststellen, dass ein solches Engagement unsere finanziellen Möglichkeiten deutlich überforderte. Ich habe einiges von der Uwe Seeler Elf gehört, hatte aber weiter keine Informationen und Kontakte. Ein Hamburger Geschäftspartner stellte mir den Kontakt zu Uwe Seeler her. Wir verstanden uns schnell sehr gut, ist Uwe Seeler doch wie ich gelernter Speditionskaufmann. Uwe leitete mich an den Manager der UWSE weiter, bedauerte aber, dass er selbst nicht wegen einer Hüftverletzung mitspielen könne.

JR: Mit Uwe Seeler persönlich zu sprechen war sicher für Dich auch ein Erlebnis. Wie ging es dann weiter ?

KG: Mit dem Manager habe ich einen Termin in Baden-Baden vereinbart. Zusammen mit dem Ehrenpräsidenten Walter Grimm haben wir uns im Kurhaus Baden-Baden zum Gespräch mit ausgedehntem Mittagessen getroffen.

JR: Kannst Du mir einiges über die Vertragsgespräche verraten ?

KG:  Das war schon sehr speziell. Der Manager ( Name weiß ich nicht mehr ), legte uns einen Katalog zur Auswahl von ehemaligen sehr bekannten, bekannten und weniger bekannten Ex-Spielern vor. Ich kann mich erinnern, dass es über 70 Spieler waren, welche in der UWSE zur Auswahl standen. Jeder Spieler hatte einen Marktwert und so konnte man sich eine Mannschaft zusammenstellen. Das war ein richtiger Spagat, hielten unsere Wünsche doch teilweise nicht mit dem vorhandenen Budget mit.

JR: Für welchen Weg habt ihr Euch entschieden und kannst Du verraten, wie das Ranking der Spieler aussah ?

KG:  Nach über vier Stunden war es uns gelungen eine doch sehr interessante Mannschaft zusammenzustellen. Top Spieler wie Wolfgang Overath und Günter Netzer führten die Preisliste an, Klaus Fischer und Raducanu waren schon günstiger und Luggi Müller befand sich in der unteren Preisklasse. Ein älterer Spieler, aber wie wir dann erleben konnten immer noch Klasse.  Günter Netzer konnten wir nicht bezahlen und sagten ab, aber zwei Wochen später erhielt ich den Anruf, dass Günter Netzer zu einem Vorzugspreis mitspielen könnte.

Es gab zwei Gründe dafür. Erstens wollte er wieder einmal mit Wolfgang Overath zusammenspielen und zweitens sein kurzer Anreiseweg. Günter Netzer wohnte in der Nähe von Zürich. Ich war hoch erfreut und sagte zu. Die UWSE war damals auch eine etwas soziale Einrichtung für vorsichtig ausgedrückt, ins Abseits geratene Ex – Fußballer geworden. Ohne zum Beispiel Wolfgang Kleff einzuladen, viele Jahre die Nr. 2 hinter Sepp Maier, hätten wir die Mannschaft in der ausgewählten Form nicht erhalten. Wolfgang Kleff wurde von der UWSE Mannschaft finanziell unterstützt, reiste einen Tag vorher an und absolvierte mit unseren Jugendspielern ein Torwarttraining.

JR: Die Spieler sind ja aus ganz Deutschland angereist. Wie wurde das organisiert ?

KG:  Das war im Gesamtpaket enthalten und es entstanden keine Zusatzkosten. Ein Großteil der Spieler übernachtete im Hotel Rebstock, wo man sich zum gemeinsamen
Abendessen traf. Ehrenpräsident Walter Grimm schwärmte noch lange über das stundenlange Fachgespräch mit Wolfgang Overath. Ich selbst stand mit dem  Klaus Fischer und mit weiteren Spielern und Nullachtern bis weit nach Mitternacht am Weinbrunnen bei geselligen Gesprächen zusammen.

Fazit: Ein tolles Spiel, viel Begeisterung bei den Mannschaften und den Zuschauern und das mit dem Budget haben wir durch das große Zuschauerinteresse und einigen Sponsoren auch hinbekommen. Und nicht zu vergessen, nachdem ich Rainer Krahnert als Jugendspieler in der der D+C-Jugend vier Jahre trainiert hatte, war es mir eine große Freude,  dass ihm nach seiner langen und verdienstvollen Laufbahn ein solches Abschiedsspiel geboten werden konnte, in dem er dann sogar noch ein Tor erzielen konnte.

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