Mit Neunundsechzig noch nicht zu alt fürs Viertelfinale

Torhüter-Legende Klaus „Knox“ Rudigier muss nochmals ran

Viertelfinale Rothaus Bezirkspokal
Ostermontag, 02. April 2018, 16:00 Uhr
SV Jestetten – SV 08 Laufenburg

Mit großen personellen Sorgen reisen Coach Michael Wasmer und Team an Ostermontag zum Viertelfinale des Rothaus Bezirkspokals nach Jestetten.

Sämtliche SV 08 Torhüter befinden sich entweder in den Osterferien oder sind angeschlagen. Eine Sondergenehmigung für den A-Junioren Torhüter war kurzfristig nicht zu bekommen und auf Schlussmann Philipp Scheible kann die gleichzeitig spielende und abstiegsgefährdete SV 08 Reserve nicht verzichten.

Michael Wasmer, für den eine Spielabsage außer Diskussion stand, berief zunächst Torwarttrainer Ralf Rudigier ins Aufgebot. Als dieser aber vergangenen Mittwoch wegen eines privaten Termins ebenfalls absagen musste, sah der Coach nur noch eine Möglichkeit. Ralf`s Vater, Torhüter Legende Klaus Knox Rudigier, der Ende des Jahres sein 70. Lebensjahr vollendet, muss 33 Jahre nach Beendigung seiner Aktivlaufbahn nochmals ran. Beim Abschlusstraining am Donnerstag stellte er bereits eindrücklich unter Beweis, dass er noch fit ist und von seinem Können noch nicht sehr viel eingebüßt hat.

Michael Wasmer ist, obwohl er durch den urlaubenden Matthias Feldmann und den zwischenzeitlich nach Kroatien zurückgekehrten Simon Vutek gezwungen ist, auch die Abwehr neu zu formieren guter Dinge, dass sein Zunftkollege Knox an Ostermontag den Kasten sauber halten wird.

Klaus Rudigier verbindet mit Jestetten, obwohl er damals, weil in Diensten der Bundeswehr stehend, nicht selbst im Tor stehen konnte, allerdings keine all` zu guten Erinnerungen. Es sind Erinnerungen, die in der Vereinschronik  unter der Überschrift „Der schwarze Sonntag von Jestetten“ verankert sind.

Vor ziemlich genau 50 Jahren verlor der SV 08 bei hefigen Sturmböen beim bereits sicheren Absteiger SV Jestetten sein letztes Rundenspiel mit 2:1 Toren. Ein Punkt hätte genügt und der Aufstieg in die damalige 2. Amateurliga wäre perfekt gewesen. So aber musste man die in Laufenburg eigens zum Empfang der „Meistermannschaft“ bereit stehende Stadt- und Feuerwehrmusik wieder unverrichteter Dinge nach Hause schicken.

Foto aus dem Archiv.
Finale in Waldshut am 3. Juli 1968 vor 4500 Zuschauern. Abwehrspieler Gerhard Rudigier bei einem Angriff über rechts. 

Ein Endspiel mit dem nun punktgleichen VfR Rheinfelden wurde nötig. Dieses fand am 3. Juli 1968 vor 4.500 Zuschauern in der Waldshuter Schmittenau statt. Der SV 08 zeigte vor der gewaltigen Kulisse die schwächeren Nerven und unterlag dem VfR, der zum Finale einige bereits auf Mallorca verweilende Spieler einfliegen ließ, mit 4:0 Toren.

Foto Archiv:
Klaus Rudigier am 1. Mai 1971 beim 6:3 Sieg in Waldshut, der die Meisterschaft bedeutete. 

3 Jahre später war es dann aber doch soweit. Unter Trainer Martin Reisle war der Aufstieg in die 2. Amateurliga gelungen und nochmals 2 Jahre später hatte der SV 08 mit dem Aufstieg in die höchste Amateurklasse den bis heute wohl größten Vereinserfolg erreicht.

Und noch ein Vorfall machte diesen denkwürdigen Sonntag von Jestetten zum „Schwarzen Sonntag von Jestetten“. Auch die A-Jugend hatte an diesem Sonntag ein Spiel am östlichsten Ende des Landkreises. Werner Oeschger und Bernd Scheible waren, bereits bekleidet mit Trikot des SV 08, im Fahrzeug von Willi Lauber unterwegs zum Spiel. Auf der Anfahrt missachtete ein Schweizer Verkehrsteilnehmer die Vorfahrt und der VW mit den A-Jugendspielern landete in einem Gartenzaun. Auto kaputt, Spieler leicht verletzt aber nicht mehr einsetzbar.

Klarinette hätte Werner Oeschger als einer der später vor dem Rathaus auf die Meisterelf wartenden Stadtmusiker noch spielen können. Aber auch dazu kam es aus besagten Gründen nicht mehr.

Wie auch immer die Pokal-Begegnung des SV 08 an Ostermontag in Jestetten ausgehen mag, das Spiel mit der Torhüter-Legende am morgigen 02. April 2018 wird so oder so in die Vereinsgeschichte eingehen. 🙂 Hoffentlich nicht als schwarzer Ostermontag.

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