Umformulierung des Saisonziels erst dann, wenn das 40 Punkte-Ursprungsziel erreicht ist  

Interview mit Coach Michael Wasmer 

Eine Woche länger als für die Konkurrenz dauert die Winterpause des SV 08, der im Gegensatz zu den anderen Mannschaften nicht am 03. März sondern erst am Samstag, den 10. März 2018 in die Restrunde startet. Ein Nachholtermin des am letzten Spieltag abgesagten Spitzenspiels beim SV Buch wurde noch nicht gefunden. Jürgen Rudigier sprach diese Woche mit Michael Wasmer über den bisherigen Verlauf der Saison und die Aussichten fürs kommende Jahr.

JR: Hallo Wase, es ist Winterpause und dein Team führt die Tabellenspitze an. Sicher ein gutes Gefühl oder ?

MW:  Hallo Jürgen, natürlich ist es ein sehr schönes Gefühl über den Winter vom Platz an der Sonne zu grüßen, auch und gerade deshalb weil es im ersten Drittel der Saison nicht so ausgesehen hat, als könnten wir in dieser Spielzeit noch in irgendeiner Form das vordere Feld angreifen.

Aber wir haben immer an uns geglaubt: Die Mannschaft hat sich mit jedem einzelnen Spiel und mit jeder Trainingsminute aus dem Dreck herausgezogen und ist mehr und mehr zusammengerückt. Mein höchster Respekt und Gratulation an das Team.

Allerdings ist das aktuelle Tabellenbild eine Momentaufnahme und im Fußball kann, wie wir wissen, alles ziemlich schnell wieder anders ausschauen. Wir müssen nun in der Pause die Wunden lecken, verletzte Spieler werden zurückkommen, das Team wird sich weiter finden und stabilisieren müssen dann werden wir hoffentlich schon bald unser erstes Saisonziel erreicht haben.

JR: Wo du eure Zielsetzung schon selbst ansprichst. Ihr habt jetzt  nach 17 Spielen bereits  34 Punkte. Euer Ziel zu Saisonbeginn lautete,  wenn ich es richtig weiß, „so bald als möglich  40 Punkte erreichen“. Jetzt sind es noch 15 Spiele und zum Erreichen des Ziels fehlen euch grade mal noch 6 Punkte. Das kann doch wohl nur heißen, dass ihr im Frühjahr euer Ziel neu formuliert oder ihr euer neues Ziel  bereits formuliert habt?

MW: Genau, unser Ziel war und ist es, so schnell als möglich die 40 Punkte zu erreichen, um sicher sein zu können. Wir werden nicht so vermessen sein andere Ziele auszusprechen bevor wir das eine noch nicht erreicht haben. Sollte es dann aber irgendwann soweit sein werden wir sicher ein geschnürtes Paket parat haben und ein neues Ziel definieren.

JR: Nach Ablauf der ersten Hälfte der Vorrunde lag die Mannschaft mit nur 7 Punkten in der Tabelle auf Rang 13. Hinzu kam nun noch der Umstand, dass über die nahezu gesamte zweite Hälfte der Vorrunde bis zu 10 Spieler aus dem Kader verletzt waren bzw. noch verletzt sind. Oft musste Norbert Schneider aushelfen und auf der Bank war meistens ein Spieler der ZWEITEN zu finden. War es nicht auch für dich überraschend, wie nahtlos sich die Spieler aus der so genannten „zweiten Reihe des Kaders“ ins Team einfügten? Immerhin habt ihr trotz der zahlreichen Verletzten seit der 2:3 Niederlage gegen Bad Bellingen am 13. Oktober  keinen Punkt mehr abgegeben.

MW: Ja die Verletztenmisere dieser Vorrunde war schon der absolute Wahnsinn, so etwas habe ich in dieser Form noch nie erlebt. Mir war von vornherein klar, dass wir einen Kader von 22-23 Mann brauchen werden da es immer mal Verletzte Spieler gibt. Wir wollten aber nicht nur eine gesunde Breite, sondern Breite verbunden mit Qualität.

Gemeinsam mit Frank Rudigier haben wir eben diese Qualität als Team zusammengestellt. Spieler die zu Beginn im vermeintlichen zweiten Glied standen haben uns gezeigt, dass wir Sie zu recht nach Laufenburg geholt haben und dass Sie zu recht in diesem Kader stehen. Im Verbund mit den noch übrigen erfahrenen Spielern hat eine Art Verschmelzung stattgefunden. Jeder einzelne hat seine Egoismen hinten angestellt, so haben wir es geschafft diese Wahnsinns Serie zu starten. Ein großer Dank gilt da natürlich auch Norbert Schneider, der immer da war wenn wir Ich Ihn gebraucht haben und auch unserer zweiten Mannschaft die uns dauerhaft unterstützt hat sowie der A-Jugend, die ich an dieser Stelle nicht vergessen will.

JR: Die 2. Mannschaft befindet sich in der Kreisliga A in einer äußerst prekären Lage. Ein Abstieg in die Kreisliga B könnte sich auf die derzeit insgesamt doch sehr positive Entwicklung des Vereins sehr nachteilig auswirken. Ich denke da u.a. auch an die vielen Talente, die die Jugendabteilung immer wieder hervorbringt. Wie wichtig wäre dir der Klassenerhalt der Zweiten bzw. welche Möglichkeiten siehst du, den Abstieg in der Kreisliga B zu verhindern?

MW: Ein Abstieg der zweiten Mannschaft wäre natürlich eine Katastrophe, ich denke die Kreisliga A ist eine gute Plattform für Spieler sich weiterzuentwickeln und zu lernen, speziell für die jungen Talente und auch für die Spieler aus meinem Kader die aus Verletzungen kommen. Wir hoffen, dass zum Vorbereitungsstart Ende Januar alle verletzten Spieler wieder an Bord sein werden um die Zweite Mannschaft Woche für Woche mit dem höchstmöglichen personellen Umfang zu unterstützen. Ich bin aber auch der Meinung, dass insbesondere die letzten Spiele Mut machen sollten, denn dort hat das Team gezeigt, dass es durchaus in der Lage ist, mithalten zu können. Ich bin sicher die beiden Trainer Thomas und Fabio werden im Winter die richtigen Schlüsse ziehen und wir werden gemeinsam alles erdenklich mögliche tun, um die Kreisliga A zu halten.

JR: Mit Luca Schmidt, Felix Schmidle und Julian Völz rücken im Sommer drei Talente aus der eigenen Jugend in den Kader ERSTEN auf. Konntest du dir von diesen Talenten persönlich schon einen Eindruck machen?

MW: Speziell Luca und Felix sind schon seit Anfang Oktober Dauergäste bei uns im Training, Julian hat auch schon die eine oder andere Einheit besucht. Alle 3 Spieler sind sehr talentiert und bringen einiges mit. Es war ein langer Weg, die Jugend wieder zu stabilisieren aber es war der richtige Weg. Endlich kann man wieder Laufenburger Eigengewächse in den Aktivbereich einbauen. Der SV08 kann sich darauf freuen.

JR: Der Verein hat nie an deinen Trainerfähigkeiten gezweifelt und beförderte dich bereits in der Saison 2015/2016 nach dem frühzeitigen Abgang von Thorsten Szesniak vom Coach der Zweiten zum Trainer der ERSTEN. Zur Winterpause hast du dann aber den Wunsch geäußert wieder ins „zweite Glied“ zurück wechseln zu wollen. Was hat sich seither geändert oder was gab den Ausschlag, das Projekt 1. Mannschaft  doch noch einmal anzugehen?

MW: Grundlegend anders war die Tatsache, dass ich ein halbes Jahr Zeit hatte mich auf die Aufgabe vorzubereiten. Ebenso konnte ich mir in aller Ruhe meinen Kader plus Trainerteam so zusammenstellen wie ich das wollte. Ich war sehr überrascht aber auch stolz, als im Dezember 2016 die Anfrage an mich herangetragen wurde. Der SV08 ist mein Verein seit der F-Jugend, ist tief in meinem Herzen verankert. Trainer der ERSTEN zu sein, ist eine sehr reizvolle Aufgabe.  Ich will mich persönlich weiterentwickeln und gemeinsam mit meinem Trainerteam und der Mannschaft etwas bewegen, damit wir noch lange positiv in die Zukunft schauen können.

JR:  Du hast nun die gesamte Bezirksliga-Konkurrenz kennen gelernt. Wer war aus deiner Sicht der bisher stärkste Gegner?

MW: Für mich war der VFR Bad Bellingen der stärkste Gegner, nicht nur wegen Tim Siegin, ihrem Topscorer. Das ganze Team hatte bei uns einen homogenen Eindruck hinterlassen. Sehr stark unter anderem auch der SV Weil 2, wo wir mit Sicherheit unseren emotional schönsten Sieg feiern konnten und die Mannschaft vom SV Jestetten.

JR: Und wo wird der SV 08 am 09. Juni 2018 in der Tabelle stehen?

MW: Das ist eine gute Frage, ich denke wenn wir unser Niveau noch etwas anheben können, wenn der Kader wieder komplett ist, wird es sicher schwer, uns zu schlagen. Wenn wir am Ende unter den ersten 5 zu finden sind, könnte man unter Berücksichtigung des schlechten Starts sicher von einer erfolgreichen Runde sprechen.  

JR: Vielen Dank Wase für das Interview. Dir und deiner Familie frohe Weihnachten und alles Gute für 2018!