12 Spiele, 10 Punkte reichen derzeit nur zu Platz 13 und das bedeutet erster Abstiegsplatz. Warum kommen die Nullachter, am Ende der vergangenen Saison noch Tabellensechster, einfach nicht in Fahrt? Diese Frage stellte ich zwei Spielern und dem Chef Coach Umut Polat.
Während sich der zu den Jüngsten im Team zählenden Marco Hanser (21) mit der Erklärung der Gründe etwas schwer tut “Ich weiß auch nicht so genau woran es liegen könnte. Uns fehlen momentan immer ein paar Prozente um das Ganze sicher zu spielen. Das hängt wohl auch damit zusammen, dass die Trainingsbeteiligung derzeit nicht optimal ist“, geht der erfahrene Luca Schmidt (26) schon etwas mehr ins Detail:

„Hauptgrund ist meiner Meinung nach, dass wir aktuell und eigentlich schon die gesamte Hinrunde nicht unseren kompletten Kader verfügbar haben. Waren es Anfang der Saison noch Urlaube, sind es jetzt Krankheit und Verletzungen. Darunter leidet auch das Training und im Spiel schafft man es dadurch nicht die Bestleistung abzurufen.
Vom Trainerteam bin ich übrigens nach wie vor überzeugt. Ich finde es toll wie schnell sie sich alle in der kurzen Zeit, auch neben dem Platz, in den Verein integriert haben. Dann bin ich immer noch ein Fan aller Charaktere. Das Engagement, der Wille und Glaube, dass wir es gemeinsam schaffen wieder erfolgreicher zu werden ist nach wie vor da. Das Training kann eben auch nur so gut sein wie die Trainingsbeteiligung und die ist momentan ausbaufähig. Gründe sind dafür natürlich auch Krankheit und Verletzungen …“
Chef Coach Umut Polat wird dann noch ein Stück konkreter:
„Gerne gebe ich dir ein paar Gedanken dazu.
Ich glaube, dass man unsere bisherige Saison und die aktuelle Situation nicht isoliert betrachten sollte. Wenn man unsere Leistungsfähigkeit beurteilen möchte, sollte man meiner Meinung nach vor allem unser Cupspiel gegen Pfullendorf als Massstab nehmen. Es war unser erstes Pflichtspiel nach der Vorbereitung und hat gezeigt, welches Potenzial in der Mannschaft steckt und zu welchen Leistungen wir grundsätzlich in der Lage sind.
In der Folge hatten wir allerdings mit einer ganzen Reihe von Umständen zu kämpfen, die uns die Arbeit und die Entwicklung einer gewissen Konstanz erheblich erschwert haben. Zunächst hatten wir immer wieder verletzungsbedingte Ausfälle, dazu kamen urlaubsbedingte Abwesenheiten und aktuell auch noch mehrere krankheitsbedingte Ausfälle. Dadurch waren wir Woche für Woche gezwungen, unsere Mannschaft umzustellen, neue Konstellationen zu finden und uns immer wieder auf veränderte Voraussetzungen einzustellen.
Was uns dabei besonders gefehlt hat, war die Möglichkeit, über einen längeren Zeitraum mit einer eingespielten Mannschaft zu arbeiten und Abläufe sowie Automatismen zu festigen. Genau diese Kontinuität konnten einige unserer Konkurrenten deutlich besser entwickeln. Dass wir uns für diesen Zeitraum eine andere sportliche Situation vorgestellt und auch andere Erwartungen an uns selbst hatten, ist uns vollkommen bewusst. Mit der aktuellen Situation sind wir selbstverständlich nicht zufrieden.

Trotzdem bin ich überzeugt, dass es jetzt nicht der richtige Zeitpunkt ist, zusätzliche Unruhe entstehen zu lassen. Natürlich gehören Diskussionen und kritische Stimmen zum Fussball dazu. Es ist aber gerade in einer schwierigen Phase wichtig, die richtigen Schlüsse zu ziehen und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten. Es ist unsere Aufgabe als Trainerteam, der Mannschaft die Situation klar zu vermitteln, ihr Orientierung zu geben und sie Woche für Woche neu zu motivieren und auf die kommenden Aufgaben einzustellen.
Wir werden aus dieser Situation nur gemeinsam herauskommen. Dafür brauchen wir die Unterstützung aller Beteiligten, eine gewisse Ruhe und Gelassenheit sowie das Vertrauen ineinander. Was uns aktuell am wenigsten hilft, ist, wenn innerhalb des eigenen Vereins zusätzlich Druck auf einzelne Spieler ausgeübt oder gegen sie gearbeitet wird. Die Mannschaft braucht Rückhalt, gerade dann, wenn es einmal nicht wie gewünscht läuft.
Ich möchte zum Schluss aber auch ganz klar sagen: Ich sehe uns als Trainerteam in der Verantwortung und wir stellen uns dieser Verantwortung vollumfänglich. Wir wissen um unsere Aufgabe und sind uns bewusst, dass es an uns liegt, die richtigen Lösungen zu finden und die Mannschaft wieder auf den richtigen Weg zu bringen. Wir arbeiten akribisch daran und werden alles dafür tun, diese Situation gemeinsam zu meistern.
Uns stehen sicherlich noch einige schwierige und intensive Wochen bevor. Aber genau in solchen Phasen zeigt sich, was eine Mannschaft und ein Verein wirklich ausmacht. Wir dürfen jetzt nicht anfangen, gegenseitig mit dem Finger aufeinander zu zeigen, sondern müssen zusammenstehen, uns gegenseitig unterstützen und geschlossen auftreten. Ich bin überzeugt von der Qualität unserer Mannschaft und davon, dass wir gemeinsam aus dieser Situation herauskommen können. Wir werden nicht aufgeben, werden weiter hart arbeiten und alles investieren, um die sportliche Wende zu schaffen. Dafür brauchen wir jetzt Zusammenhalt, Vertrauen und den gemeinsamen Willen, diesen Weg miteinander zu gehen!“
Tor: Gabriel Topka (4), Fatih Er (8)
Abwehr: Felix Zölle (5), Moritz Hackenberger (10), Eduard Nowak (5), Tim Oeschger (7), Daniel Langendorf (10), Deniz Ortancioglu (11), Yannis De Cassan (Studium),
Conner Forsyth (5), Simon Hilpert (10)
Mittelfeld: Luca Schmidt(8), Mika Schmidt, Emanuel Esser (7), Nico Klein (9), Vincent Grießer, Marc Schäuble (6), Angelo Armenio (10), Sandro Knab (11)
Sturm: Jonas Gläsemann (8), Sandro D`Accurso (9), Marco Hanser (11), Arjon Ademi (7), Benedikt Illmann
(In Klammern die absolvierten Spiele)

