23 Jahre sind seit dem letzten Verbandsliga-Aufstieg vergangen – 2005 mussten die Nullachter dann wieder mit der Landesliga vorlieb nehmen

20 Jahre nach dem Abstieg aus der Verbandsliga bietet sich dem SV 08 am kommenden Sonntag wieder die große Chance ins Südbadens höchste Amateurklasse aufzusteigen. Hier ein Rückblick auf das „Wunder von Durbach“ und die nachfolgende Verbandsligazeit:

Saison 2001/2002
Zum dritten Male gelingt dem SV 08 der Aufstieg in die Verbandsliga

In zwei spannenden Begegnungen gegen den FC Bad Dürrheim (4:2 Heimsieg) und am 09.06.2002 beim TuS Durbach (dramatischer 3:4 Auswärtssieg) konnte sich der SV 08 diesmal durchsetzen. Dabei hatten die Durbacher zwei Minuten vor dem Abpfiff noch mit 3:2 geführt. Frank Thomae und Volker Vogelbacher sorgten aber mit ihren „Last Minute Toren“ noch für einen sensationellen Ausgang dieser dramatischen Begegnung. Unglaublich war der Jubel nach dem Spiel.

Zum dritten Male in seiner Vereinsgeschichte war der SV 08 Laufenburg in die Verbandsliga Südbaden aufgestiegen.

In dem von Journalist Michael Bittner, Mittelbadische Presse, verfassten Spielbericht und dem beigefügten Foto nach dem Schlusspfiff kommt die ganze Durbacher Enttäuschung zum Ausdruck:

Welch Pech!
Durbach stand schon mit eineinhalb Beinen in der Verbandsliga

Fußball-Aufstiegs-Rückspiel: 3:4 des TuS gegen Laufenburg / Bis in die Schlussminuten noch geführt

So grausam kann Fußball sein! Nur wenige Sekunden fehlten dem TuS Durbach gestern zum Einzug in die Fußball-Verbandsliga. 3:2 führte der TuS vor 1000 Zuschauern im
Aufstiegs-Rückspiel gegen den SV Laufenburg nach 88 Minuten und verpasste dennoch das große Ziel. Am Ende siegte der Gast sogar noch mit 4:3.

Foto: Große Enttäuschung beim TuS Durbach nach dem Schlusspfiff

Die Glücksgöttin stand gestern im gegnerischen Lager. Wie leicht hätte der TuS Mitte der zweiten Halbzeit seinen Vorsprung ausbauen können. Ganz dicht standen die Durbacher vor einem vierten Treffer, der mit größter Wahrscheinlich die vorzeitige Entscheidung gewesen wäre. Stattdessen tiefe Depression bei den Einheimischen, als in den letzten Sekunden der Ball noch zum 3:3 ins Netz hoppelte. Dass sich in der Nachspielzeit noch eine Flanke zum 3:4 ins lange Toreck senkte, machte den Kohl dann auch nicht mehr fett.

Zuvor hatte der TuS mit einer bravourösen Leistung aufgewartet. Nicht einmal ein schneller 0:2-Rückstand beeindruckte die Elf von Heinz Braun. Zwei Unachtsamkeiten im Strafraum führten zur Laufenburger Führung. Aber der TuS schüttelte sich nur kurz, blies zur Attacke und arbeitete sich Möglichkeiten in Hülle und Fülle heraus. Man brauchte sich um den TuS keine Sorgen zu machen, denn bei allen Flanken, Ecken, Freistößen schwamm die Laufenburger Abwehr derart, dass es wirklich nur eine Frage der Zeit war, wann Bouda, Kopf und Huber und Co. zu ihren Treffern kommen würden.

Nach 25 Minuten war es dann so weit. Schwab köpfte einen Freistoß in die lange Torecke zum 1:2. Danach dann gab es Chancen für die Gastgeber im Fünf-Minuten-Takt. Dennoch dauerte es bis zur 45. Minute, bevor der Ausgleich erreicht war. Erst scheiterte Kopf mit seinem Kopfball am prächtig reagierenden Laufenburger Schlussmann, den nachfolgenden Eckball versenkte Schettler wieder per Kopf zum 2:2.

Der Gast war geschockt. Der TuS nutzte die Gunst der Stunde gleich nach dem Wechsel. Wieder segelte ein Freistoß an Laufenburgs Torraum, Kopf verfehlte, aber dahinter nickte Bouda zum 3:2 ein.

Im Brutofen des Graf-Metternich-Stadions schien jetzt alles für die Weinörtler nach Plan zu laufen. Sie hatten beste Konterchancen, von denen man nur eine erwähnen muss. Die Dreifach-Möglichkeit in der 60.Minute, als Bouda zweimal per Kopf den Ball nicht an dem einzigen auf der Torlinie stehenden Laufenburger Abwehrspieler vorbeibrachten. Im dritten Nachschuss jagte Kopf das Leder am leeren Gehäuse vorbei.

Diese Szene hinterließ beim TuS einen Knacks. Denn die folgenden Konter bis zur 80. Minute wurden allesamt halbherzig abgeschlossen. Der Gegner war zwar am Boden, aber der TuS half ihm großherzig wieder auf die Beine. Laufenburg bedankte sich artig, versuchte es in den letzten Minuten noch einmal verzweifelt, aber scheinbar ohne Durchschlagkraft.

Aber Fortuna stand auf seiten der Elf vom Hochrhein. So trudelte ein Schüsschen in der 88. Minute durch die Durbacher Abwehr ins Netz. Keeper Florian Ruf warf sich zu spät. Dieses 3:3 reichte den Laufenburgern nach ihrem 4:2-Sieg am Mittwoch über Bad Dürrheim zum Aufstieg. Dass die Durbacher in der letzten Aktion der Nachspielzeit sogar noch das 3:4 kassierten, hatte für das tragische Ende schon keine Bedeutung mehr. Nur eine Mini-Portion Cleverness fehlte dem TuS an diesem Tag, um eine Riesen-Saisonleistung zu krönen.

TuS Durbach:
Ruf, Wiedlin, Schwab (78. Sieferle), Geppert, Wallasch, Spangenberger, Ch. Ruf, Bouda, Kopf, (84. Geiler), Schettler, Huber.

SV 08 Laufenburg:
Florian Amrein, Marc Seigel (57. Jürgen Baumgartner), Marc Schikowski, Frank Thomae, Frank Rudigier, Henning Mönig (72. Christoph Swidergol), Heinz Vidakovic, Florian Hoschke, Oliver Baumgartner (90. Jan Plahcinski), Volker Vogelbacher, Fabio Cocuzza, Michael Wasmer.

Schiedsrichter Ehing (Welschingen) –
Zuschauer 1000.

Tore: 0:1 Wasmer (3.), 0:2 Vogelbacher (20.), 1:2 Schwab (25.), 2:2 Schettler (45.), 3:2 Bouda (49.), 3:3 Thomae, (88.), 3:4 Vogelbacher (93.).

Das nachfolgende Foto, auf dem auch die damalige Weinkönigin von Durbach zu sehen ist, entstand nach dem Schlusspfiff im entscheidenden Spiel beim TuS Durbach, zu dem zahlreiche Anhänger des SV 08 mitgereist waren. Das Foto, das nur erahnen lässt, wie groß die Begeisterung in Durbach war,  fertigte BZ-Redakteur Winny Dietsche der es dem Verein zur weiteren Verwendung zur Verfügung stellte. Die Aufnahme begleitete uns dann eine ganze (Verbandsliga-) Saison als Titelblatt unserer Stadionzeitung.


Nach dem 4:3 Sieg beim TuS Durbach feierte sogar die Durbacher Weinkönigin mit dem SV 08 den Aufstieg in die Verbandsliga 
(Foto: Winny Dietsche)

Saison 2002 bis 2005 Verbandsliga

Im Spieljahr 2002/2003 belegte die 1. Mannschaft des SV 08 den 12. Tabellenplatz. Zwei Spieltage vor Schluss war der Klassenerhalt mit einem Heimsieg über den FC Denzlingen geschafft.

Im Spieljahr 2003/2004 rangierte die 1. Mannschaft des SV 08 auf dem 11. Tabellenplatz. Den Klassenerhalt sicherte man sich erneut mit einem Sieg über den FC Denzlingen, diesmal allerdings auswärts und erst am letzten Spieltag.

Florian Amrein und Frank Rudigier nach dem Sieg in Denzlingen der den Klassenerhalt bedeutete.
Das Foto schoss Winny Dietsche lange nach dem Schlusspfiff, als neben dem Platz noch ausgiebig  gefeiert wurde. 

Saison 2004/2005

Mit einer großen Enttäuschung endete die Saison 2004/2005, war man doch mit anderen Erwartungen in die Runde gestartet. Ein Mittelfeldplatz war angestrebt. Am Ende lag die Mannschaft abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz. Zahlreiche Langzeitverletzte und anhaltende Formschwäche waren wohl die Hauptgründe die zum erneuten Abstieg in die Landesliga führten.

Hintere Reihe von links:
Dietmar Höfler (Sportliche Leiter), Klaus Huber-Defner (Physiotherapeut), Muhammed Yilmaz, Fabio Cocuzza, Henning Mönig, Gianluca Brogno, Michael Wasmer, Marc Schikowski, Giuseppe Stabile, Klaus Bächle (Betreuer) 

Mittlere Reihe von links:
Jürgen Hufenus, Norbert Schneider, Frank Thomae, Frank Rudigier, Volker Vogelbacher, Christoph Becherer, Daniel Munaretto, Rufle, Sven Lawicki, Stefan Scheuble u. Oliver Baumgartner (Trainergespann)  

Vordere Reihe von links:
Daniel Schäuble, Thomas Scherzinger, Manuel Merk, Baier, Ralf Rudigier, Florian Amrein, Christoph Mathis, Benjamin Gallmann, Youssef Chouki, Gerhard Malzacher

Im Sommer 2005 musste der SV 08 dann wieder mit der Landesliga vorlieb nehmen.

Nach oben scrollen