Am Tag nach dem Derby – Zwei Szenen die am Samstag die Gemüter erhitzten und die auch heute noch diskutiert werden

In einem Derby erhitzen sich die Emotionen, insbesondere bei hohen sommerlichen Temperaturen, oftmals nicht nur bei den Akteuren auf dem Platz etwas schneller als sonst üblich. Auch so mancher Zuschauer bleibt davon nicht immer verschont.

So auch gestern, als der sehr engagiert aufspielende Sandro Knab in der 73. Spielminute nach einer Aktion auf der rechten Angriffsseite an der Strafraumecke zu Boden ging und danach verletzt aus dem Spiel genommen werden musste. Allgemein machte sich große Verwunderung ob der Gelben Karte gegen den vermeintlich Gefoulten breit, zumal dieser sich offensichtlich unter starken Schmerzen auf dem Spielfeld krümmte.

Schiedsrichterassistent Leonardo Vallone stand in unmittelbarer Nähe des Geschehens und verteidigte nach dem Spiel die Entscheidung des Leitenden Schiedsrichters Timo Bugglin hier nicht auf Strafstoß sondern auf eine mit der Gelben Karte verbundene Verwarnung gegen Sandro Knab zu entscheiden. Unstrittig, so Leonardo Vallone weiter, sei, dass der Gegenspieler dem auf dem Boden liegenden Sandro Knab, nach dem vermeintlichen Foulspiel auf dessen Hand getreten sei. Dies sei jedoch unabsichtlich geschehen. Dem insgesamt souverän leitenden Schiedsrichtergespann darf man hier also durchaus unterstellen, die Szene ihrer festen Überzeugung nach korrekt bewertet zu haben.

Viel wichtiger als alle anderen Erkenntnisse aus dieser Szene: An der Hand ist nichts gebrochen – Sie musste allerdings mittels einer Schiene für die Dauer einiger Tage ruhig gestellt werden.

Schiedsrichter nicht selten zu unrecht in der Kritik – Hier Timo Bugglin, TuS Binzen 

Etwas schwieriger fällt es, eine weitere Strafraumszene zu beurteilen, über die sich Sandro Knab auch am Tag nach dem Derby noch ärgert. Nach einem feinen Doppelpass mit Angelo Armenio kommt Sandro Knab rund 6 Meter vor dem Tor zu Fall. Die SV 08 Fans forderten lautstark einen Strafstoß. Und in der Tat belegt ein vom Südkurier veröffentlichtes Video nach zigfachem Abspielen, dass Anton Weis keinesfalls den Ball gespielt haben kann. Ob er Sandro Knab strafbar trifft, kann das Video hingegen aber nicht eindeutig klären. Für Sandro Knab, der die Szene sicher glaubhaft beurteilt „Ich wurde eindeutig getroffen,“ eine Fehlentscheidung. Durchaus verständlich, denn die Zuschauer hätten es Sandro ganz sicher gegönnt, wenn er seine herausragende Leistung noch mit einem verwandelten Strafstoß hätte toppen können.

Aber auch hier wäre es bei allem Verständnis für Sandro vermessen, Schiedsrichter Bugglin einen Vorwurf zu machen. Fairerweise ist ihm auch hier zu unterstellen, die aus seinem Blickwinkel richtige Spontan-Entscheidung getroffen zu haben.

Am Ende sollte man sich mit dem einen Punkt, den man angesichts des Spielverlaufs getrost als „gewonnenen Punkt“ bezeichnen darf, zufrieden geben und darauf hoffen, dass sich die prekäre Personalsituation möglichst bald verbessert. Denn dann werden wir auch wieder bessere Spiele „unserer Mannschaft“ sehen und weniger überhitzte Gemüter auf den Rängen.

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