
JR: Vor 5 Wochen hast du den Trainerstab aus bekannten Gründen an Klaus Gallmann abgegeben. Zwischenzeitlich wurdest du offiziell zum Vorstand Sport gewählt. Hat dir die Trainerpause gut getan und konntest du deinen Akku wieder aufladen?
MH:
Ja, die Pause hat mir gutgetan, auch wenn sie relativ kurz war. Direkt im Anschluss habe ich die Aufgabe als Vorstand Sport übernommen, die ebenfalls sehr intensiv und fordernd ist – gerade in der entscheidenden Saisonphase. Der große Unterschied liegt darin, dass die Rolle weniger tägliche Präsenz auf dem Platz erfordert. Viele Themen lassen sich flexibler und auch remote bearbeiten, was mir geholfen hat, neue Energie zu sammeln.
JR: Unser Team kann seit vergangenem Spieltag auch rechnerisch nicht mehr absteigen. Dazu und zu einer insgesamt für einen Aufsteiger überragenden Saison mein Glückwunsch! Dennoch waren die letzten Spiele, abgesehen von Lahr und Wolfenweiler Schallstadt, nicht mehr ganz so toll. Drei Spiele in Folge gingen verloren, wobei vor allem die Spiele gegen Salem und Linx sehr enttäuschend waren. Worauf führst du diesen Leistungsabfall zurück? Oder anders gefragt: Ist es die nachlassende Aufstiegseuphorie, die befürchten lässt, dass auch die kommende Saison nicht ganz so erfreulich verlaufen wird wie in diesem Jahr?
MH:
Vielen Dank – das hat sich die Mannschaft mit einer starken Vorrunde absolut verdient. Ich sehe die aktuelle Phase nicht als Folge einer nachlassenden Euphorie, sondern eher als Ergebnis mehrerer Faktoren. Zum einen werden wir inzwischen deutlich ernster genommen als noch in der Hinrunde. Zum anderen fehlt in der aktuellen Tabellensituation möglicherweise ein Stück weit der Druck – nach oben wie nach unten ist die Ausgangslage relativ stabil.
Man darf außerdem nicht vergessen, dass die Mannschaft zwei Jahre in Folge kaum eine echte Sommerpause hatte und jeweils durch die Relegation gegangen ist. Das kostet Substanz – sowohl körperlich als auch mental.
Nichtsdestotrotz ist der aktuelle Tabellenplatz ein klarer Ansporn für die verbleibenden Spiele. Ich bin überzeugt, dass die Mannschaft den sechsten Platz halten kann. Für die kommende Saison sehe ich uns ebenfalls gut aufgestellt – mit einem neuen Trainerteam und einer weiterhin hochmotivierten Mannschaft.
JR: Wie muss man sich deine Tätigkeit als Vorstand Sport aktuell vorstellen? Bist du unter der Woche auch im Waldstadion mit Kontakt zu Trainer und Spieler?
MH:
Ich bin nahezu täglich im Austausch mit Trainern, Spielern und meinen Vorstandskollegen. Auch die A-Junioren, die in der kommenden Saison in den Aktivbereich aufrücken, begleite ich bereits eng.
Aktuell liegt der Fokus auf der finalen Kaderplanung für unsere Aktivmannschaften. Parallel dazu stehe ich in engem Austausch mit dem neuen Trainer der ersten Mannschaft. Darüber hinaus laufen bereits mehrere spannende Projekte für die kommende Spielzeit.
Mein Ziel ist es, ein- bis zweimal pro Woche vor Ort in Laufenburg zu sein. Der persönliche Kontakt zu den Teams und Trainern ist mir sehr wichtig – das lässt sich nicht dauerhaft über das Telefon ersetzen.
JR: Wie siehst du die Zukunft der 1. Mannschaft. Einige Leistungsträger haben ihr 30. Lebensjahr überschritten und aus der Jugend ist derzeit nicht all zu viel Nachwuchs zu erwarten. Wenn jetzt die A-Jugend auch noch absteigt, haben wir keine Jugendmannschaft mehr die überregional spielt. Hinzu kommt noch, dass auch die 2. Mannschaft immer mehr ins Mittelfeld der Kreisliga A abrutscht.
MH:
Ich sehe die Situation deutlich weniger kritisch. Vier Spieler von 25 haben das 30. Lebensjahr überschritten, keiner ist älter als 32, welche nächstes Jahr im Kader sein werden. Zusätzliche haben wir in den vergangenen vier bis fünf Jahren konsequent junge Spieler in den Aktivbereich integriert, und diesen Weg setzen wir weiter fort. Altersdurchschnitt 25,8. In der kommenden Saison stoßen erneut vier A-Junioren dazu, in dieser Saison waren es bereits sieben.
Man muss den Spielern die notwendige Zeit geben, um sich im Herrenfußball zu entwickeln – das dauert oft ein bis zwei Jahre und ist völlig normal.
Natürlich ist es unser Anspruch, die Jugendarbeit weiter zu stärken und perspektivisch wieder überregional vertreten zu sein. In diese Richtung laufen bereits intensive Gespräche. Wichtig ist dabei, realistisch zu bleiben: Das ist ein langfristiger Prozess – ein Marathon, kein Sprint. Ich bin überzeugt, dass wir hier zusammen mit dem JFV Laufenburg gut aufgestellt sind, mit neuem Konzept und neuen Kräften.
Was die 2. Mannschaft angeht. Man darf nicht vergessen, dass wir zum Ende der Saison 2022/23 praktisch von heute auf morgen keine Mannschaft mehr hatten, wir in der Saison 2023/24 den Abstieg aus der Bezirksliga verkraften mussten und trotz der schwierigen Umstände, haben es die Jungs immer wieder geschafft, sich im gesicherten Mittelfeld zu positionieren, so auch wieder in der aktuellen Saison. Aber auch hier werden wir zur neuen Saison neue Wege gehen und mit einem gutem Konzept und einer klaren Vorstellung voll motiviert in die neue Saison starten.
JR: Steht der Kader der ERSTEN für die kommenden Saison und bewegt sich da noch was?
MH:
Der Kader steht im Grunde bereits seit Januar. Dennoch kann es punktuell noch Veränderungen geben. Mit Bene Illmann haben wir frühzeitig einen Neuzugang präsentiert, weitere werden folgen – hier bitte ich aber noch um etwas Geduld.
Grundsätzlich sind wir bereits sehr gut und breit aufgestellt. Dennoch werden wir uns gezielt auf ein bis zwei Positionen verstärken, auf denen wir noch Bedarf sehen.
HR: Erfreulich haben wir die Nachricht entgegen genommen, dass die Bundesregierung dem Antrag auf Sportstättenförderung entsprochen hat, der Sanierung des Waldstadion damit also nicht mehr im Wege stehen dürfte. Wie hast du diese Nachricht aufgenommen und welche positiven Auswirkungen könnte diese Entscheidung für den SV 08 mit sich bringen?
MH:
Das ist eine sehr wichtige und positive Nachricht – für den Verein und für ganz Laufenburg. Die Sanierung von Rasen- und Kunstrasenplatz ist notwendig, um den hohen Anforderungen und der intensiven Nutzung dauerhaft gerecht zu werden.
Gleichzeitig steigert eine moderne Infrastruktur natürlich auch unsere Attraktivität für Spieler und Trainer. Insgesamt ist das Projekt ein bedeutender Schritt für die Zukunft des Vereins, und wir freuen uns sehr über diese Entwicklung.
Letzte Chance!
Wer spendet den Spielball für das letzte Heimspiel am 30. Mai 2026

Das waren die Spielball-Spender der Vorrunde

